

Bestimmt hast du schon einmal vom Oxymel gehört, der besonders in den letzten Jahren wieder in aller Munde ist (im wahrsten Sinne des Wortes 😊)
Der Oxymel ist eine süßsaure Verbindung aus Honig, Apfelessig und heilsamen Kräutern, die bereits in der Antike als Naturarznei geschätzt wurde. Im Alpenraum war dieser „Sauerhonig“ über Jahrhunderte hinweg ein bewährtes Hausmittel – bevor er langsam in Vergessenheit geriet.
Heute erlebt der Oxymel eine verdiente Wiederentdeckung. Gegenüber Fertigarzneien hat er einen besonderen Vorteil: Er lässt sich individuell auf unsere Bedürfnisse und Beschwerdebilder abstimmen. So entsteht ein Heilmittel, das uns auf natürliche Weise stärkt – und das obendrein auch noch gut schmeckt. Selbst Kinder nehmen ihn meist gerne ein.
Das Wort Oxymel leitet sich aus dem Griechischen ab: oxy bedeutet „sauer“, mel steht für „Honig“. Beides verbindet sich im Oxymel auf wunderbare Weise – die fruchtige Säure des naturtrüben Apfelessigs mit der sanften Süße eines hochwertigen Bio-Honigs. Während einer drei- bis vierwöchigen Auszugszeit geben die zugesetzten Kräuter ihre wertvollen Inhaltsstoffe an die Mischung ab.
Der Apfelessig wirkt dabei wie ein natürlicher Lösungsvermittler, der die heilkräftigen Substanzen aus den Pflanzen löst und konserviert. So entsteht ein wohlschmeckender, wirksamer und nährstoffreicher Auszug – ein Stück Naturarznei in ihrer reinsten Form.
Ein regelmäßig eingenommener Oxymel kann auf ganzheitliche Weise das Wohlbefinden fördern und den Körper in seinen Selbstheilungskräften unterstützen.
Er wirkt unter anderem:
• stärkend auf das Immunsystem – besonders in Zeiten erhöhter Belastung, bei Infektanfälligkeit oder zur allgemeinen Prophylaxe,
• mineralstoffausgleichend und vitalisierend – wertvoll bei Müdigkeit, Erschöpfung, Rekonvaleszenz oder im höheren Alter,
• stoffwechselanregend – fördert die Entgiftung über Leber, Galle und Nieren und kann so die körpereigene Reinigung unterstützen,
• verdauungsfördernd und darmregulierend – regt die Magensäureproduktion an, unterstützt eine gesunde Darmflora und kann Blähungen oder Völlegefühl lindern,
• basisch ausgleichend – da Apfelessig im Körper basisch verstoffwechselt wird, hilft der Oxymel, einer Übersäuerung entgegenzuwirken,
• kreislaufstabilisierend und durchblutungsfördernd,
• entzündungshemmend und keimhemmend,
• mild fiebersenkend und regenerierend,
• sowie stimmungsaufhellend und nervenstärkend, da Honig und bestimmte Kräuter positiv auf das vegetative Nervensystem wirken.
Je nach Kräuterauswahl lässt sich der Oxymel gezielt anpassen – zur Entgiftung im Frühling, zur Stärkung in der kalten Jahreszeit, zur Beruhigung in stressigen Zeiten oder als Aufbaumittel nach Krankheiten.
Gerade in Zeiten erhöhter Belastung, im Wachstum oder im höheren Alter ist der Oxymel eine wohltuende Unterstützung für Körper und Seele.
Honig enthält zahlreiche Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und Natrium, dazu Spurenelemente, Vitamine (B1, B2, B6, C), Aminosäuren sowie natürliche antibakterielle und entzündungshemmende Wirkstoffe.
Auch der Apfelessig bringt eine Fülle an Vitalstoffen mit: Flavonoide, Gerbstoffe (Tannin), Zitronen- und Essigsäure, Vitamine und Spurenelemente. Er wird basisch verstoffwechselt und kann so einer Übersäuerung entgegenwirken.
• 3 Teile Honig
(möglichst naturbelassen, vom Imker deines Vertrauens)
• 1 Teil Apfelessig
(Bio, naturtrüb, 5–6 % Säuregehalt, NICHT pasteurisiert)
• Heilkräuter, Wurzeln oder Blüten
je nach Jahreszeit, Geschmack oder Beschwerdebild
🌱 Frische Kräuter (geschnitten, leicht angedrückt)
Für ½ Liter Oxymel: 1 gut gefüllte Hand (ca. 25–40 g)
🌿 Angetrocknete Kräuter
(sehr empfehlenswert – weniger Wasser, bessere Haltbarkeit)
Für ½ Liter Oxymel: ca.20–30 g
🍂 Getrocknete Kräuter (sehr konzentriert!)
Für ½ Liter Oxymel 10–15 g
Wenn ich keine Waage benutzen möchte, arbeite ich so:
• Frisch: Glas bis ⅓–½
• Angetrocknet: Glas bis ⅓
• Getrocknet: Glas bis ¼
Dann:
1. Honig + Apfelessig (2 : 1) vermischen
2. Kräuter vollständig bedecken
3. 3–4 Wochen ziehen lassen, täglich oder alle 2 Tage schwenken
4. Abseihen, beschriften, dunkel & kühl lagern
• Wurzeln (z. B. Engelwurz, Löwenzahn): eher getrocknet, fein geschnitten
• Aromatische Kräuter (Thymian, Salbei): lieber angetrocknet, sonst zu viel Wasser
• Blüten: frisch oder angetrocknet, eher locker dosieren
Das Verhältnis kann nach persönlichem Empfinden angepasst werden, ich nutze meist 2 Teile Honig und 1 Teil Apfelessig. Für Kinder würde sich ein höherer Honiganteil anbieten, da das 2:1 Verhätnis doch noch relativ essiglastig ist.
Noch intensiver wird der Auszug, wenn man die Kräuter zuvor mit etwas Honig-Essig-Gemisch im Mörser leicht zerreibt – so öffnen sich die Zellwände, und die Wirkstoffe können besser übergehen.
Zur Gesunderhaltung oder kurmäßig über 4–6 Wochen:
• Morgens vor dem Frühstück und abends 1 EL bis 1 Stamperl pur einnehmen und langsam im Mund „zergehen“ lassen.
• Alternativ in Wasser oder Kräutertee einrühren und schluckweise genießen.
• Auch als Salatdressing, in Smoothies oder Mineralwasser ist Oxymel ein köstlicher, vitalstoffreicher Begleiter.
„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“ (Hippokrates, 4. Jh. v. Chr.)
Anstatt Sirup mit Industriezucker herzustellen, lässt sich mit Kräutern oder Blüten – etwa Minze, Melisse, Salbei, Holunder oder Rosen – ein feiner Oxymel ansetzen.
Mit Wasser verdünnt entsteht daraus ein gesundes, isotonisches Erfrischungsgetränk – natürlich, wohlschmeckend und voller Lebenskraft.