Im Einklang mit dem Frausein

 Den weiblichen Rhythmus spüren

Ayurveda bietet eine Fülle von Behandlungsmöglichkeiten und Methoden, um typische Beschwerden von Frauen zu bessern und zu heilen. Da die ayurvedische Gesundheitslehre aber immer auf Ganzheitlichkeit ausgerichtet ist, geht es weniger um das Benennen von Krankheiten. Vielmehr ist es von Bedeutung zu wissen, welche energetischen Kräfte im weiblichen Körper während des monatlichen Zyklus wirksam sind. Denn der weibliche Zyklus übt auf jeder Ebene einen großen Einfluss auf das Leben der Frau aus.


Der Menstruationszyklus aus ayurvedischer Sicht

Die erste Zyklusphase (also ab Beginn der Monatsblutung bis etwa zum 7. Zyklustag) wird in der Regel vom Vata bestimmt. Das bedeutet, dass die weiter oben beschriebenen typischen Vata-Eigenschaften zum Tragen kommen. Die Frau fühlt sich leicht, aktiv und beschwingt und zeichnet sich durch ein hohes Maß an Kreativität aus. Neue Ideen werden in dieser Phase geboren und Kommunikation fällt leicht.
Aber auch die weniger angenehmen Seiten einer Vata-Dominanz werden spürbar und viele Frauen reagieren besonders sensibel auf Kälte, frieren leicht und leiden unter trockener Haut. Auch schlaflose Nächte sind keine Seltenheit und das Abschalten fällt schwer.
Daher ist es in dieser ersten Zyklusphase besonders wichtig Reizüberflutung jeder Art zu vermeiden
Im Laufe der zweiten Woche steigt Pitta an und erreicht seinen Höhepunkt mit dem Eisprung. Jetzt verfügt die Frau über besonders viel Dynamik, innere wie äußere Kraft und erotische Ausstrahlung. Die unangenehmen Seiten dieser Phase sind die verstärkte Neigung zu Übersäuerung, unreiner Haut und Gereiztheit
In der dritten Woche verringert sich der Pitta-Einfluss, das Kapha steigt langsam an. Einige Tage vor der Menstruation hat es seinen Höhepunkt erreicht. In dieser Zeit fühlen sich viele Frauen sehr ruhig und ausgeglichen, neigen aber auch zu Kapha-Störungen. Diese äußern sich in einem übermäßigen Bedürfnis nach Schlaf, Heißhunger auf Süßigkeiten, Depressionen und Gewichtszunahme, bedingt durch Wasseransammlungen im Gewebe. Wer unter diesen Beschwerden leidet sollte alle gesalzenen, fettigen und gebratenen Speisen meiden, viel warmes Wasser trinken (ca. 2 l täglich) und nach dem Mittagessen eine halbe Stunde spazieren gehen.
Generell gilt, dass während der Monatsblutung die Doshas aus dem Gleichgewicht geraten. Viele Frauen reagieren in dieser Phase besonders sensibel und sind anfälliger für Krankheiten. Körperliche Anstrengungen sollten daher in den Tagen der Blutung vermieden werden.

Die Wechseljahre aus ayurvedischer Sicht

Es handelt sich um eine Umstellung der Doshaphasen von Pitta auf Vata (Pubertät: Umstellung von Kapha auf Vata). In der Kindheit dominiert das Kapha und beginnt etwa ab dem 8. Lebensjahr zu sinken. Mit der Pubertät beginnt eine stark Pitta-betonte Lebensphase, die ihren Höhepunkt etwa um das 35. Lebensjahr hat. Ab diesem Zeitpunkt werden wir sensibler für Vata. Die Haut kann dünner  und trockener werden, die nervliche Belastungsfähigkeit sinkt, der Schlaf wird leichter. Das Element Äther dominiert immer mehr, erhöht die geistige Sensibilität und führt unter Umständen auch zu einer Öffnung für spirituelle Aspekte.

Die (heute) typischen Wechseljahrsbeschwerden haben sich mit unserer „modernen“ Lebensweise und unserem von Jugendlichkeit geprägten Frauenbild, aber auch durch unsere Ernährungsgewohnheiten auf jeden Fall verstärkt.
Unabhängig vom Konstitutionstyp wird man während des Klimakteriums in erster Linie Vata- und Pitta-Symptome finden.

6.1 Typische Vata-Beschwerden in den Wechseljahren:

• trockene Haut
• trockene, dünne Haare
• Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Nervosität, Stimmungsschwankungen
• Ängste, Sorgen, Depressionen (auf Grund von „Leere“)
• Energieverlust
• Osteporose („Luft“ in den Knochen nimmt zu), steife Gelenke
• Trockene Schleimhäute, bes. auch der Vagina
• Unregelmäßigkeiten im Zyklus
• Rückenschmerzen
• Verstopfung, unregelmäßige Verdauung
• Libidoverlust

6.2 Typische Pitta-Beschwerden in den Wechseljahren

• (starke) Hitzewallungen
• Hautirritationen, -rötungen
• Reizbarkeit, Aggressivität
• starke Blutungen
• Stoffwechslestörungen
• starke hormonelle Schwankungen

6.3 Typische Kapha-Beschwerden in den Wechseljahren

• Ödeme, Wassereinlagerungen
• Gewichtszunahme
• Lethargie, Lustlosigkeit
• erhöhte Cholesterinwerte
• Depressionen

6.4 Therapie

Die Therapie von Wechseljahrsbeschwerden wird individuell auf das Beschwerdebild abgestimmt und erfolgt nach vorheriger ausführlicher Anamnese und Diagnostik.