Ayurveda Ernährung

Bewusste Ernährung spendet Wohlbefinden und Lebenskraft

Grundlagen der ayurvedischen Ernährung

Die gute Nachricht: wollen Sie sich nach ayurvedischen Prinzipien ernähren, können Sie alle herkömmlichen Diäten vergessen. Es gibt kein Kalorienzählen, keinen „Einheitsbrei“ und keine dogmatischen Ernährungsregeln. Das ayurvedische Ernährungskonzept bietet für jeden Geschmack etwas und lässt sich in vier Grundregeln zusammenfassen:

1. Ernährung ist etwas sehr individuelles und jeder Mensch braucht andere Speisen:

Ayurveda orientiert sich an den Bedürfnissen der individuellen Konstitution, an den 6 Geschmacksrichtungen
sowie an den Jahreszeiten um die bestmögliche Ernährungsweise zu bestimmen.

 

2. Nahrung ist Medizin

Der Ayurveda betrachtet Nahrung als natürliches Medikament und
ist bei einem Dosha-Ungleichgewicht immer das Mittel der ersten Wahl.

3. Essen ist sinnliche Wahrnehmung

Nahrungsmittel, die mit Lust und Genuss in angenehmer Umgebung und angenehmer Gesellschaft zu sich genommen werden,
wirken wie Medizin und sind Zugleich Balsam für unsere Seele. Dem Ayurveda geht es auch um eine Schulung unserer Sinne,
um bewusstes Wahrnehmen von Geruch, Geschmack, Aussehen von Speisen.

4. Agni (das „Verdauungsfeuer“), oder optimale Verdauung ist der Schlüssel zur Gesundheit

Eine gute Verdauung spielt im Ayurveda eine zentrale Rolle. Geringste Störungen der Verdauungskraft
werden mit dem Entstehen von Krankheiten in Verbindung gebracht.

Agni- Das Verdauungsfeuer

Agni bezeichnet unsere Verdauungskraft. Es steht aber auch für unsere Lebenskraft. Seine Hauptaufgabe ist die Aufspaltung der Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile, so dass diese von Organismus aufgenommen werden können. Es gibt insgesamt 13 verschiedene Arten von Agni, unter denen dem Jatharagni (= primärer Stoffwechsel) eine überragende Bedeutung zukommt. Seine Aufgabe reicht von der Verdauung aller Arten von Nahrung über die Trennung von Nährstoffen und Abfallprodukten bis hin zu Regulation von Qualität und Quantität der Dhatus (Körpergewebe; siehe unten).

Die Art, Qualität und Menge der Nahrungsmittel beanspruchen Agni auf unterschiedliche Weise:

 

Die Ursachen für eine schlechte Verdauung können u.a. sein:

• ein geschwächtes Verdauungsfeuer
• eine zu geringe oder zu hohe Nahrungsaufnahme
• nicht zueinander passende Nahrungsmittel
• eine Ernährung, die nicht dem Hungergefühl, der Konstitution oder den Jahreszeiten entspricht
• eine Nahrungsaufnahme zu ungeeigneten Tageszeiten und unter Stress
• ungenügendes Kauen
• intensive Emotionen
• Lebensmittelunverträglichkeiten und –allergien
• unregelmäßige Essenszeiten
• ….

 

Die sechs Rasas (= Geschmacksrichtungen)

Der Ayurveda geht davon aus, dass jedes Aroma, das wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen, im Körper bestimmte Reaktionen hervorruft, durch die die Doshas gestört oder ausgeglichen werden können.

Es gibt 6 Geschmacksrichtungen, die das Agni stärken und die mit der täglichen Ernährung abgedeckt werden sollen:

1: süß: beruhigt das Nervensystem, stimmungsaufhellend, nährend
2: sauer: appetitanregend, leicht stimulierend, fördert die Verdauungskraft
3: salzig: erhitzend, verdauungsanregend, speichert Wasser im Körper
4: scharf: stark erhitzend, schleimlösend, verdauungsfördernd
5: bitter: leicht kühlend, appetitanregend, blutreinigend
6: herb: kühlend, trocknend, verdauungsfördernd

Die sechs Gunas (= physikalische Eigenschaften der Nahrung)
Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist, wie die Nahrung empfunden wird, d.h. z.B. ob sie schwer im Magen liegt, ob sie eher fettig (ölig) oder trocken ist. Man spricht in diesem Zusammenhang von den Gunas oder physikalischen Eigenschaften. Auch sie beeinflussen die Doshas und sind mitverantwortlich für die Bekömmlichkeit der Mahlzeiten. Die sechs Gunas sind: schwer, ölig, heiß, leicht, trocken und kalt.

Eine ausgewogene Ernährung berücksichtigt sowohl die Geschmacksrichtungen als auch die Nahrungsmitteleigenschaften und trägt so zum dauerhaften Ausgleich von Vata, Pitta und Kapha bei.