Biographisches und biologisches Alter

Das biographische Alter, also das Alter in Jahren entspricht häufig nicht dem biologischen Alter. Letzteres bezeichnet den Zustand des Körpers und des Geistes, der normalerweise dem Lebensalter in Jahren ungefähr entspricht.

Aber jeder kennt Personen, die entweder viel jünger oder viel älter aussehen, als sie tatsächlich sind.  
Während für die Bestimmung des biographischen Alters also ein Blick auf die Geburtsurkunde reicht, ist die Feststellung des biologischen Alters deutlich komplizierter. Es lässt sich nicht auf einen Einzelwert reduzieren sondern ergibt sich durch das komplexe Zusammenspiel verschiedenster Prozesse.

Dedektivarbeit in der Praxis: 

Was beeinflusst das biologische Alter und warum altern wir unterschiedlich schnell? (Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

•    Jeder kommt mit einem ererbten genetischen Programm auf die Welt, das Einfluss auf die Art und Weise und die Geschwindigkeit des Alterungsprozesses sowie auf Krankheitsdispositionen hat.
•    Während des Lebens sind wir einer Vielzahl von äußeren Einflüssen ausgesetzt (berufliche, familiäre Belastungen, Krankheiten, physische und psychische Traumata, Umweltbelastungen   inklusive Störfelder u.v.m.). All das beeinflusst auch den Alterungsprozess und kann zu Verschleißerscheinungen auf allen Ebenen führen.
•    Auch jede einzelne Zelle des Körpers ist altersbedingten Veränderungen ausgesetzt, dies wiederum hat Einfluss auf die Belastbarkeit und Funktionsfähigkeit einzelner Gewebe, Organe und Organsysteme (z.B. Nachlassen der Entgiftungsfunktion von Leber und Nieren, Trübung der Augenlinsen, nachlassende Elastizität des Bindegewebes, verlängerte Reaktionszeiten usw.) 
•    Hormonelle Dysbalancen (LINK zu :  natürliche Hormonregulation)

Viele Hormone sind am Alterungsprozess beteiligt:

-    Das Wachstumshormon (HGH, Human Growth Hormone) sorgt für  Muskelaufbau, Körperfettreduktion, Hautstraffung, Steigerung von Energie und Ausdauer
-    DHEA hilft bei der Regulation der Libido, senkt Stresshormone (insbesondere Cortisol), sorgt für Energie und verbessert die Gedächtnisleistung, vermindert Arteriosklerose und verbessert die Immunabwehr 
-    Estradiol ist u.a. wichtig für die Erhaltung der  Knochenstabilität, es fördert die Spannkraft der Haut und spielt eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt 
-    Progesteron sorgt beispielsweise für  psychische Balance,  beugt Osteoporose und  Herz-Kreislauferkrankungen vor und mildert Wechseljahrsbeschwerden
-    Melatonin regelt die biologische Uhr. Es wirkt schlaffördernd und scheint den Alterungsprozess zu verlangsamen. Mit zunehmendem Alter nimmt die  Melatoninproduktion ab .
-    Testosteron ist u.a. am Muskelaufbau, am Erinnerungsvermögen, an der Cholesterinregulierung und am Erhalt der Libido beteiligt.
-    Pregnenolon ist ein Grundstoff vieler Hormone. Bei einem Mangel kann es zu Störungen in der Hormonsynthese generell kommen.

•    Oxidativer Stress und freie Radikale

Freie Radikale entstehen laufend im Energiestoffwechsel jeder einzelnen Zelle solange wir leben. Aber auch Schadstoffe aus der Umwelt wie z.B. Zigarettenrauch, erhöhte Ozonbelastung, übermäßige Sonnenexposition usw. tragen zu ihrem vermehrten Auftreten bei. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei freien Radikalen um  Moleküle, denen ein Elektron fehlt und die daher sehr reaktionsfreudig sind. Sie machen sich auf die Suche nach einem neuen „Partnerelektron“ und  klauen dieses kurzerhand von einem anderen Molekül, das nun seinerseits zum freien Radikal wird usw.  Nehmen diese freien Radikale überhand spricht man von oxidativem Stress. Um sich vor daraus resultierenden Zellschädigungen zu schützen stellt der Körper sogenannte Antioxidantien wie z.B. Vitamin C, E, Beta-Carotin (die Vorstufe von Vitamin A) sowie spezielle Pflanzenstoffe, die sogenannten Polyphenole zur Verfügung. Unterstützt werden diese von Mineralstoffen und Spurenelementen. Fehlen Antioxidantien, wie es bei ungesundem Lebenswandel oder auch mit zunehmendem Alter häufig der Fall ist, können sich die freien Radikale unnatürlich stark vermehren und so Organe und Gewebe schädigen.

•    Glykierung (oder auch Glykosilierung)

Der Begriff ist relativ neu und meint die „Verzuckerung“ des Gewebes durch sogenannte AGE’s (Advanced Glycation End Products), nutzlose Abfallprodukte aus dem Zuckerstoffwechsel, die die Plaquebildung in den Blutgefäßen fördern (stellen Sie sich vor, wie sie den Zucker auf einer Crème brulée karamellisieren – Ähnliches geschieht in Ihren Blutgefäßen), den Abbau von Gelenkknorpeln beschleunigen, aber auch den Verlust von Gehirnzellen vorantreiben. Sie sind sozusagen der Sand im Getriebe des Organismus.
AGE’s entstehen über die Ernährung durch Blutzuckerspitzen: die Glucosemoleküle gehen Verbindungen mit Eiweißmolekülen ein und bilden neue Zucker-Eiweiß-Molekülkomplexe. Dieser Vorgang kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, im Gegenteil die einzelnen Molekülkomplexe verbinden sich wiederum miteinander zu regelrechten Klumpen. Zusammenfassend kann festgestellt werden: je höher der Blutzuckerspiegel und je mehr Blutzuckerspitzen, desto mehr dieser Abfallprodukte entstehen und desto schneller verläuft der Alterungsprozess.

•    Immunschwäche und Belastungen durch (auch lange zurückliegende) Infektionen

Mit wie  viele banalen Infekten sind Sie pro Jahr konfrontiert? Leiden Sie häufig unter Stress oder Schlafmangel? Rauchen Sie? All diese Fragen zielen auf die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems ab.  Ein funktionierendes Immunsystem schützt den Körper weitestgehend vor Keimen und Krankheitserregern aller Art.  Und es fungiert so nebenbei auch noch als Jungbrunnen: je besser intakt unser Immunsystem ist, desto länger bleiben wir gesund und (biologisch) jung. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: ein angeschlagenes Immunsystem kann die Entstehung von Krankheiten aller Art förderm und degenerative Prozesse und somit auch den Alterungsprozess beschleunigen.
Achtung: HeilpraktikerInnen dürfen laut Infektionsschutzgesetz bestimmte Infektionen NICHT behandeln!

FAZIT: Jeder kann etwas für und die Erhaltung seiner Gesundheit und Jugendlichkeit tun!

All diese Einflussfaktoren wirken in unterschiedlicher Intensität, Dauer und Häufigkeit auf uns ein. 
Sie können eine Vielzahl von Alterungserscheinungen bewirken bzw. den Alterungsprozess allgemein beschleunigen.
Einige  sind vorgegeben oder entsprechen dem natürlichen Lauf der Dinge und können somit nicht oder kaum beeinflusst werden. Andere wiederum lassen sich durch Lebensstil, Ernährung, körperliche Fitness, geistige Aktivitäten, die persönliche Einstellung und natürlich auch durch hochwertige Kosmetik positiv beeinflussen, aber nicht aufhalten.

Altern bzw. Erhaltung eines gewissen Levels an Jugendlichkeit ist also eine sehr individuelle Angelegenheit!